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Erinnerung auffrischen: Stolperstein-Reinigung im Vorfeld der Meile

Stolpersteine heißt ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln will Demnig an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Auch in Magdeburg erinnern 150 Stolpersteine an das Schicksal von Opfern rassistischer Gedanken.


Im Vorfeld der 8. Meile der Demokratie ruft die Landeszentrale für politische Bildung auf, sich an einer gemeinsamen Pflege dieser im ganzen Stadtgebiet vorhandenen Denkmälern zu beteiligen. Bereits über 100 Unterstützer*innen haben sich bereit erklärt, zwischen dem 11. und 15. Januar die Plaketten zu reinigen, die Biografien der Opfer zu verlesen und Blumen niederzulegen.


Bis 1933 waren jüdische Magdeburger selbstverständlich in unserer Stadt. Überall gehörten sie dazu, waren Nachbarn, Schulkameraden, Kollegen in Krankenhäusern, Geschäften, Behörden und Fabriken. 3200 jüdische Menschen gab es 1928 in Magdeburg. 1521 von ihnen wurden in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet, davon 287 Kinder. Daneben gab es auch andere Opfer: Hunderte Roma und Sinti, Widerstandskämpfer, Behinderte aus den Pfeifferschen Stiftungen, Homosexuelle, Zeugen Jehovas. Hinzu zu zählen sind auch die in Magdeburg ermordeten Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangenen. Die Naziverbrecher zerstörten einen wichtigen Teil von Magdeburgs Kultur und gesellschaftlichem Leben. Nur wenn wir Heutigen
uns der Ermordeten erinnern und wachsam bleiben gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, werden wir eine Zukunft gestalten können, in der so etwas nie wieder möglich wird.


Wer sich an der Reinigung der Stolpersteine beteiligen möchte, kann sich bei der Landeszentrale für politische Bildung melden:

Marcella Mertig
Referentin Netzwerk für Demokratie und Toleranz

Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt
Schleinufer 12
39104 Magdeburg

Tel.: +49 391 567 6461
Fax: +49 391 567 6464

E-Mail: marcella.mertig@lpb.mk.sachsen-anhalt.de