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Magdeburg, eine Stadt für alle! Ein Blick auf die 8. Meile der Demokratie 2016

Mit über 10.000 Besucher*innen bei den verschiedenen Aktionen ging die 8. Meile der Demokratie gestern erfolgreich zu Ende. Über 150 Veranstalter*innen sorgten überall im Stadtgebiet für ein buntes und vielfältiges Programm, das mit Lesungen, Konzerten und zahlreichen kreativen Angeboten für jeden etwas parat hielt.

Bereits im Vorfeld von Meile und Meilensteinen gab es Aktionen unter dem Motto „Eine Stadt für Alle“. So wurden, wie in den vergangenen Jahre, in der Stadt verlegte Stolpersteine von Schüler*innen des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und Freiwilligen gereinigt. In der Stadtbibliothek fand am Vorabend der Meile eine Lesung verschiedener Autoren statt, die sich mit literarischen Texten gegen rechtsextremes Gedankengut einsetzen. Die Lesung war zugleich Auftakt einer Lesereihe in Sachsen-Anhalt innerhalb der bundesweiten Kampagne „Stimmen gegen Rechts“. Und auch die Aktion „Wir bieten Nazis die Stirn“ forderte im Vorfeld zahlreiche helfende Hände, die die Theologin Gabriele Herbst dabei unterstützten, Stirnbänder für die Aktion und den Verkauf auf der Meile zu stricken und zu filzen.

Am Samstag erwarteten dann über 150 Vereine, Stiftungen, Gewerkschaften, Kirchengemeinden und städtische Einrichtungen die Bürger*innen der Stadt entlang des Breiten Wegs. Ab 12 Uhr hatten die Besucher*innen zahlreiche Möglichkeiten kreativ zu werden, miteinander ins Gespräch zu kommen oder an entsprechenden Gedenkveranstaltungen teilzunehmen. Die zahlreichen Live-Acts auf den Bühnen am Alten Mark und an der Grünen Zitadelle sorgten dabei für eine stimmungsvolle, musikalische Begleitung.

„In der Vielfalt der Angebote, Aktionen und Mit-Mach-Möglichkeiten wurde die Vielfalt der Menschen, Einrichtungen und Organisationen sichtbar, die das Meile-Motto „Eine Stadt für alle“ ernst nehmen und mit Leben füllen“, zeigte sich Birgit Bursee, Leiterin der Freiwilligenagentur Magdeburg beeindruckt. „Das macht Mut für die Herausforderungen, die in Magdeburg zu bewältigen sind.“

Besonders positive Resonanz erzielte auch in diesem Jahr die Schulmeile, die mit nun 21 teilnehmenden Bildungseinrichtungen erneut gewachsen ist. Die vielen Stände entlang des Breiten Weges sorgten für eine bunte Abwechslung und boten von warmen Getränken bis zu leckeren Waffeln, umfangreiche Informationen zu Themen wie Integration, Toleranz und Vielfalt.

„Die Schüler*innen der Schulmeile haben sich in diesem Jahr selbst übertroffen”, so Cornelia Habisch Geschäftsführerin des Netzwerks für Demokratie und Toleranz bei der Landeszentrale für politische Bildung. “Ob Stolpersteinwoche, ob Lichtaktion zum Recht auf Asyl oder Spendensammlung für Lehrmaterial für Kinder mit Fluchthintergrund: Die Schulmeile hat einmal mehr bewiesen, dass sie zu den kreativen Hotspots der Meile gehört, auch durch zahlreiche Aktionen, die zum Nachdenken anregen sollen. Die Veranstalter bedanken sich bei allen Beteiligten und Gästen der Meile der Demokratie, die mit mehr als zehntausend Menschen, wieder einmal gegen Rechtsextremismus und Rassismus Gesicht gezeigt haben. Besonderer Dank gilt auch den vielen Musiker*innen und anderen Kulturschaffenden für ihren ehrenamtlichen Einsatz.“

Sudenburg isst Kriege auf während der 8. Meile der Demokratie 2016 Foto Dustin Maenecke (dustinmaenecke.de/), CC BY-NC-SA 3.0
Sudenburg isst Kriege auf während der 8. Meile der Demokratie 2016
Foto Dustin Maenecke (dustinmaenecke.de/), CC BY-NC-SA 3.0

Dabei reichten die verschiedenen Veranstaltungen durch vielerlei Meilensteine auch ins Stadtgebiet hinein. Von Mahnwachen bis kreatives Programm, „Sudenburg isst Krieg auf” und guter Stimmung auf dem Nicolaiplatz. Ein besonderer Dank geht hierbei an den Meilenstein am Bahnhof Neustadt in der Nähe der Synagoge, welcher gleich zweimal mobilisiert hat, da sowohl zu Beginn als auch Ende rechte Demonstranten an diesem Knotenpunkt auftraten.

Die rechtsextremen Großdemonstrationen der letzten Jahre blieben 2016 aus. Am frühen Nachmittag demonstrierte eine Gruppe von ca. 230 Rechtsextremen vom Bahnhof bis zum Westfriedhof und zurück.

„Magida hat sich mit der Verantwortung für den rechten Aufmarsch zum 16. Januar eindeutig in der rechten Szene positioniert. Jetzt sollte jedem klar sein, wessen Geistes Kind sie sind”, so Susanne Wiedemeyer vom Bündnis gegen Rechts. “Das Konzept von Aktionen überall in der Stadt ist in diesem Jahr wieder aufgegangen. Jedoch konnten wir nicht verhindern, dass die Nazis direkt am Mahnmal des KZ Polte-Magdeburg vorbeilaufen konnten. Darüber sollten wir nachdenken.”

Luftballons bei der 8. Meile der Demokratie 2016 Foto Dustin Maenecke (dustinmaenecke.de/), CC BY-NC-SA 3.0
Luftballons bei der 8. Meile der Demokratie 2016
Foto Dustin Maenecke (dustinmaenecke.de/), CC BY-NC-SA 3.0

„Die Meile und Meilensteine der Demokratie 2016 waren ein voller Erfolg”, so Holger Platz Beigeordneter der Landeshauptstadt Magdeburg für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung sowie offizieller Versammlungsleiter der Meile. “Durch das Motto „Eine Stadt für Alle“ konnten neue Impulse gesetzt werde, die auch über den Januar hinaus in der Stadt wirken werden. Wir bedanken uns bei allen teilnehmenden Besucher*innen und Veranstalter*innen, die die Meile und die Meilensteine auch in ihrem achten Jahr zu einem bunten Miteinander machten und ein Zeichen für Demokratie und gegen rassistische Hetze setzten.“

 

Auch weitere Medien haben über die 8. Meile der Demokratie und die Meilensteine im Stadtgebiet berichtet. Beim MDR Sachsen-Anhalt gibt es eine schöne Zusammenfassung mit einigen Bildern. Auch die Volksstimme hat eine schöne Zusammenfassung geschrieben. Den ganzen Tag war auch ein Team der fjp.media unterwegs und hat eine separate Homepage gestaltet. Am Abend diskutierten auch Vertreter*innen der Zivilgesellschaft beim Offenen Kanal Magdeburg über Integration und Willkommenskultur in Magdeburg und Sachsen-Anhalt.