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Meile der Demokratie 2011: Kunstwerk von HL Boehme mutwillig zerstört

Pressemitteilung des Bündnis gegen Rechts Magdeburg, 18.01.2011

Am 15. Januar ist in Magdeburg auf der „Meile der Demokratie“ entlang des Breiten Weges von Unbekannten das Kunstwerk „ZARTHEIT GEGEN RECHTS“ des Fotografen und Designers HL Boehme zerstört worden. Dieser Akt des Vandalismus ereignete sich offenbar in aller Öffentlichkeit in den Nachmittagsstunden vor dem Haupteingang des Magdeburger Opernhauses. Bisher liegen keine Zeugenaussagen zu den näheren Umständen des Vorfalls vor.

 

Das zerstörte Objekt „ZARTHEIT GEGEN RECHTS“ – ein mittels einer Fotocollage gestalteter Kinderstuhl – war am Vormittag des 15. Januars im Rahmen der mobilen Aktion „Mein rechter, rechter Platz bleibt leer“ vor dem Opernhaus aufgestellt worden. Bei dieser Kunstaktion wurden 12 Stühle von Künstlern aus der Region entlang der „Meile“ platziert; anschließend interviewten am Nachmittag zwischen 14:30 Uhr und 17:30 Uhr Jugendliche, die derzeit in Magdeburg ein Freiwilliges Soziales Jahr im Politischen Leben (FSJ Politik) absolvieren, herausragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die jeweils für einen Moment an einem der Kunst-Stühle Platz nahmen.

 

In den Gesprächen unterstrichen die Prominenten den Stellenwert des Engagements gegen den Rechtsextremismus in einer demokratischen Gesellschaft aus ihren jeweiligen Blickwinkeln. Als Erstes hatten die Prominenten den Satz „Mein rechter, rechter Platz bleibt leer, weil…“ zu vervollständigen. Interviewpartner/innen waren u.a. die Landesminister Norbert Bischoff und Birgitta Wolff, Waltraut Zachhuber, Organisatorin der „Stolpersteine“ in Magdeburg oder Heinrich Sonsalla, Geschäftsführer der WOBAU.

 

Für 17:30 Uhr war es vorgesehen, Magdeburgs Theaterintendantin Karen Stone am Objekt HL Boehmes zu befragen. Aufgrund der mutwilligen Zerstörung konnte das Gespräch nicht wie geplant stattfinden. Dennoch fand sich Frau Stone bereit, den Jugendlichen Rede und Antwort zu stehen. Bezeichnenderweise hatten der oder die Täter zuvor auch das laminierte Schild in Brand gesetzt, welches an Ort und Stelle die Teilnahme Stones an der Aktion ankündigte.

Die ehrenamtlichen Organisatoren der Aktion ließen sich durch den Vorfall nicht davon abhalten, im Anschluss sämtliche Kunstobjekte wie geplant im Opernhaus zu versteigern. Der Erlös – 500 EURO – wird am 20. Januar um 11:00 Uhr an der Gedenkstele „Ort der Erinnerung“ an der Südseite des Alten Rathauses als Spende an den Verein Miteinander e.V. übergeben werden, um im Rahmen politischer Bildungsarbeit die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus vor Ort zu fördern.